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Interkulturelle Öffnung in der Ev. Erwachsenenbildung

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Die Konferenz der Hauptamtlichen Pädagogischen Mitarbeitenden im EBW widmet sich am 27.11.2017 auf ihrer Herbsttagung dem Themenschwerpunkt „Interkulturelle Öffnung“.

Migration und Integration – Herausforderungen in der multikulturellen Gesellschaft und in der Erwachsenenbildungsarbeit. Die Herbst-HPM-Konferenz des EBW widmet sich u. a. dem Thema „Interkulturelle Öffnung“. Neben der Frage „Wo stehen wir – wohin steuern wir als EB?“ werden u. a. Projekte zur erweiterten Zielgruppengewinnung, zu neuen Formen der Quartiersarbeit und zur Stärkung ehrenamtlicher Arbeit mit Geflüchteten in Stadt und Land (Forschungsprojekt des Instituts für Kirche und Gesellschaft der Ev. Kirche von Westfalen) vorgestellt.

Ein besonderes Projekt des EBW zur Stärkung der interkulturellen Öffnung in der Erwachsenenbildung ist das Projekt „open4“:

Veränderung ist der verlässlichste Begleiter von Menschen, Institutionen und Gesellschaften. Veränderungen anzunehmen und mitzugestalten ist eine Leistung, die herausfordert. Nur wer sich ändert, bleibt sich treu. Migration fordert auch in der Weiterbildung zur Veränderung heraus. Mehr als 17 Millionen Menschen in Deutschland haben einen Migrationshintergrund. Gute Bildung und lebenslanges Lernen sind für alle von entscheidender Bedeutung. In der Weiterbildung merken wir aber, dass trotz der langen Einwanderungsgeschichte

  • Personen mit Migrationshintergrund deutlich weniger bestehende Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen und
  • Teilnehmende mit und ohne Migrationshintergrund sich in der Weiterbildung nur selten vermischen.


Ein gemeinsames miteinander und voneinander Lernen geschieht kaum, weder bei den alt eingesessen Weiterbildungseinrichtungen, noch bei Angeboten von Migrantenorganisationen. Segregation in der Bildungsarbeit verhindert Lern- und Lebenschancen, sie trägt zu Trennung und Stillstand bei. Da wir als Kirche das Zusammenleben in der Gesellschaft wesentlich mitgestalten wollen, haben wir uns mutig auf den Weg gemacht.

Beim Bundesministerium des Innern hat das EBW mit „open4“ erfolgreich einen Antrag für ein dreijähriges Innovationsprojekt gestellt. Die Ev. Kirche von Westfalen unterstützt dieses Pilotprojekt ebenfalls. In drei Projektregionen (Siegen, Minden-Lübbecke, Dortmund) wird bis Oktober 2019 gemeinsam mit neun Migrantenorganisationen erprobt, wie die Trennung in der Bildungsarbeit überwunden und eine Erhöhung der Weiterbildungsbeteiligung von Menschen mit Migrationshintergrund gelingen kann.

Gemäß dem Motto: „Barrieren finden – Brücken bauen – Wege nutzen“ überprüfen wir unser Handeln und leiten Veränderungsprozesse ein:

1. Barrieren finden
Zugangsbarrieren für eine inklusive Bildungsarbeit werden identifiziert und abgebaut.

2. Brücken bauen
Kooperationen werden aufgebaut, um neue Zugänge für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu schaffen.

3. Wege nutzen
Die Organisationen verankern neue Möglichkeiten der Partizipation auf allen Ebenen in den Einrichtungen.

Für die evangelische Erwachsenenbildung bedeuten die Veränderungsprozesse, die Angebotsinhalte und die Formate der Fortbildungen zu überprüfen und zu erweitern. Zu einer nachhaltigen und glaubhaften Veränderung gehört auch, dass Strukturen, das Leitbild, die Vernetzung und die Vielfalt der Mitarbeiterschaft im Evangelischen Erwachsenenbildungswerk angepasst werden.

Veränderungsprozesse können anstrengend sein, bergen aber auch Chancen in sich.
Ein Aufbruch, der das eigene Profil stärkt, den Horizont erweitert und Aufmerksamkeit schafft.

Die Reichweite und Inhalte der Weiterbildungsangebote verändern sich mit den neuen
Erfahrungen und dem neuen Denken. Veränderung und Veränderungsansprüche dürfen nicht vor der eigenen Tür halt machen. Sie sollten bei uns anzufangen und im Alltag wirksam werden. Denn: Bildung ist ein inklusives Angebot an alle Menschen.

Zu den am Projekt beteiligten Migrantenorganisationen gehören:

In Siegen:

  • Russisch-Deutsches Kulturzentrum Litera e. V.,
  • Stelle Chiare e. V. – Förderverein der Italienischen Kultur
  • Türkisch-Deutscher Elternverein e. V.

In Minden-Lübbecke:

  • Gesellschaft Ezidischer AkademikerInnen e. V.
  • Hope hilft e. V.
  • Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung

In Dortmund:

  • Alevitische Gemeinde Dortmund e. V.
  • Griechisch-Orthodoxe-Gemeinde
  • Verein junger Deutsch-Afrikaner e. V.

Weitere Informationen finden Sie im Service direkt unter Downloads.

Ihr Ansprechpartner

Jörg Neuhaus
stellv. Geschäftsführer
Schwerpunkte: Finanz- und Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Ev. Stiftung, Integrationskurse

Telefon: 0231/5409-41
E-Mail an J. Neuhaus