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Nora Krug erhält den Evangelischen Buchpreis 2019

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Heimat, was bedeutet das eigentlich? Das fragt Nora Krug in ihrem Buch „Heimat – Ein deutsches Familienalbum“, für das die 42-Jährige jetzt mit dem Evangelischen Buchpreis 2019 ausgezeichnet wurde. In der Begründung der Jury heißt es: „Was für ein Buch! Eine kiloschwere, fulminante und faszinierende Bild- und Wortwelt saugt den Leser, die Leserin in eine Familiengeschichte.“

Die Jury, zu der Mitarbeitende evangelischer Bibliotheken, Bibliothekar*innen und Theologen sowie die Geschäftsführung des Ev. Literaturportals gehören, weiter: „Was bedeutet es, eine Deutsche zu sein? Nora Krug Erinnerungsbuch ist ein persönliches graphic Memoire, welches schmerzliche Identitätsfragen offenbart. Nora Krug wohnt seit Anfang des Jahrhunderts in New York und spürt den Verstrickungen ihrer Familie in die Geschichte des Dritten Reichs nach. Sie recherchiert in Archiven, sichtet Familienfotos, befragt ‚verschollene‘ Verwandte und skizziert Objekte, die symbolisch für eine vergangene Zeit stehen. In diese großartig gezeichnete und beschriftete Collage webt sie Deutungen und Interpretationen ein, die helfen zu verstehen, was gewesen ist.

Das Ergebnis ihrer Suche ist ein Buch, das wie ein handgeschriebenes Album wirkt. Die Autorin, die Professorin für Illustration ist, hat mit dem Material, das sie gefunden hat, sowie mit eigenen Illustrationen ein Bilderbuch gestaltet, das einen sehr persönlichen Blick auf das Leben im Nationalsozialismus und in den Kriegsjahren wirft und auf diese Weise anschaulich einen Zugang zu dieser Geschichte ermöglicht.“

Das Buch rege an, sich die eigene Familiengeschichte bewusst zu machen, informiere über die deutsche Geschichte im vergangenen Jahrhundert und reize die Leser*innen, die Frate ‚Was ist Deutsch‘ für sich selbst zu beantworten. Die Jury: „Mit ‚Heimat‘ ist es Nora Krug gelungen, ohne Kitsch und mit liebevoll kritischem Abstand ein anregendes und ansprechendes ‚deutsches Familienalbum‘ zu schaffen.“

Nora Krug wurde 1977 in Karlsruhe geboren und studierte später Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen. Krug ist Professorin für Illustration an der ‚Parsons School of Design‘ in New York und lebt in Brooklyn.

Der Evangelische Buchpreis ist mit 5000 Euro dotiert und wird seit 1979 vom Dachverband evangelischer öffentlicher Büchereien, dem Ev. Literaturportal, verliehen. Gesucht werden Bücher, die anregen über uns selbst, unser Miteinander und unser Leben mit Gott neu nachzudenken. Die Jury wählte neben dem Preisbuch elf weitere Titel für die Empfehlungsliste aus: Romane, Sachbücher, Kinder-und Jugendbücher.

 

Foto: Nina Subin