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Starkes Deutschland: Die Zivilgesellschaft wächst. Die Mehrzahl sind Vereine.

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Die Zivilgesellschaft wächst in Deutschland. Vereine machen den Großteil der gemeinnützigen Organisationen (95 Prozent) aus. Aber nicht nur die Zahl der Vereine steigt, auch ihrer Größe nach wachsen diese mehrheitlich. Bürgerschaftliches Engagement ist die tragende Säule. In jüngeren Organisationen sind politische Inhalte dominanter.

„Zivilgesellschaftliche Organisationen haben ein klares Verständnis von ihrer eigenen Rolle, insbesondere in Abgrenzung zum Staat. Auf die Frage danach, ob ihre Arbeit eher vom Staat geleistet oder zumindest von ihm finanziert werden sollte oder ob es richtig ist, dass sie zivilgesellschaftlich geleistet und finanziert wird, votiert der überwiegende Teil für die zweite Option. Fast zwei Drittel aller Organisationen (64 Prozent) gaben an, dass ihre Arbeit nicht nur durch sie selbst geleistet, sondern auch durch sie selbst finanziert werden sollte. Ein knappes Drittel (31 Prozent) aller Organisationen meint, ihre Arbeit solle zumindest durch den Staat finanziert werden. Nur sechs Prozent verstehen sich als Ausfallbürge und meinen, ihre eigene Arbeit solle von staatlichen Stellen geleistet werden. Dieses deutlich zivilgesellschaftliche Ethos zieht sich auch durch die weiteren Hauptergebnisse der vorliegenden Kurzstudie.

Zivilgesellschaft wird politischer

Während ältere Organisationen sich größtenteils als Gemeinschaft Gleichgesinnter wahrnehmen, steigt in den jüngeren Organisationen der Anteil jener, die sich auch als Akteure der politischen Willensbildung oder als Interessenvertreter verorten.

Fördervereine

Fördervereine sind eines der am stärksten wachsenden Segmente unter gemeinnützigen Organisationen. Fördervereine gibt es heute in allen Handlungsfeldern. Besonders häufig treten sie in den Handlungsfeldern Bildung/Erziehung und Kultur/Medien auf.

Freiwilliges Engagement als tragende Säule

Bürgerschaftliches Engagement ist die tragende Säule gemeinnütziger Organisationen. Nach wie vor arbeitet der überwiegende Teil der Organisationen (72 Prozent) ohne bezahlte Beschäftigte, also auf rein ehrenamtlicher Basis, auch wenn der Anteil seit 2012 leicht gesunken ist. Über Rückgänge bei den freiwillig Engagierten klagen insbesondere Sport- und Freizeitvereine. Damit setzt sich ein Trend fort, der sich bereits 2012 abgezeichnet hat.

Zivilgesellschaft verbindet

Zivilgesellschaftliche Organisationen leisten wichtige Beiträge zur sozialen Integration von Bürgern mit Migrationshintergrund. Zahlreiche gemeinnützige Organisationen entwickeln gezielt Angebote für Migranten. Auch in der Flüchtlingshilfe haben sich viele Organisationen engagiert. Zudem wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Migrantenorganisationen gegründet.

Öffnungsprozesse noch am Anfang

Hinsichtlich der Öffnung der Organisationen besteht noch Potenzial. Der Großteil der Organisationen gibt an, dass Mitglieder und freiwillig Engagierte kulturell nach wie vor eine eher homogene Gruppe sind, denn weniger als zehn Prozent der Organisationen gelingt es, mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu gewinnen.“

(Quelle: SV Wissenschaftsstatistik GmbH; Hauptstadtbüro des Stifterverbandes; http://www.ziviz.de/ziviz-survey-2017)

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Jörg Neuhaus
stellv. Geschäftsführer
Schwerpunkte: Finanz- und Qualitätsmanagement, Projektmanagement, Ev. Stiftung, Integrationskurse

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